Platz 6 bei der Deutschen Ländermeisterschaft

Es war mehr möglich ...

Ein Bericht von Torben Knüdel

Am Dienstag, den 01.10.2019 startete ich zu meiner zweiten Deutschen Ländermeisterschaft. Im Vorjahr konnten wir mit Niedersachsen noch den Titel einfahren, allerdings hatte sich das Team verändert. Da Leistungsträger aus dem letzten Jahr aus unterschiedlichsten Gründen (u.a. einem Turnier in Hannover oder eine WM-Teilnahme) fehlten, gehörten wir nicht zum Favoritenkreis. Meine Teamkollegen waren FM Christian Polster (gleichzeitig Mannschaftsführer, HSK Lister Turm), Nico Stelmaszyk (SK Lehrte), Jeremy Hommer (SC Turm Lüneburg), Madita Mönster (SK Wildeshausen), Sophia Brunner (SK Nordhorn Blanke), Tim Sauer (Schachzentrum Bemerode) und Andreea Alexandra Roncea (SC Pappenburg). In der aufgelisteten Reihenfolge (und ich an Brett 2) hatten wir aufgestellt. Unsere Trainer waren FM Fabian Müller (FC St.Pauli) sowie Jens Kahlenberg (SK Wildeshausen).

Mit 35 Minuten Verspätung startete ich am Dienstag, den 01.10. die Anreise nach Würzburg. Ab Hannover fuhren wir dann gemeinsam mit einer praktischen Direktverbindung weiter und kamen gegen 18 Uhr in Würzburg an. Wir übernachteten dieses Jahr in der Jugendherberge, die auch der Spielort war. Am nächsten Morgen startete um 8:30 Uhr dann die Auftaktrunde. Zu Beginn der 20 Mannschaften stark besetzten Meisterschaft wurden in Runde 1 interne Duelle ausgetragen (Bayern 1 gegen Bayern 2, Baden 1 gegen Baden 2 usw.). Wir mussten also gegen die SG Bremen-Niedersachsen. Beim ungefährdeten 7:1 Auftaktsieg wurden wir unserer Favoritenrolle gerecht und waren nach der ersten Runde sogar Tabellenführer (natürlich nur eine kurze Momentaufnahme)

Pahl-Knüdel   

Ich konnte meine Erstrundenpartie siegreich gestalten. In der Diagrammstellung spielte ich Sxg4! und nach hxg4 Lxg4 zeigte sich wie unangenehm die Fesselung ist, zudem standen die weißen Figuren passiv und der König war offen. Die Partie ging mit Kg2 f5 (Df6 ist auch stark) e5 (verhindert die Öffnung der F-Linie) Sxe5 Sxe5 Lxd1 Lxd1 mit Gewinnstellung für Schwarz. Nach dieser netten Einstiegspartie sowie dem guten Mannschaftskampf ging es in Runde 2 gegen Bayern 1.

In der Begegnung, in der wir nomineller Außenseiter waren, spielte ich gegen FM Jana Schneider. Nachdem ich in der Eröffnung mit einer Nebenvariante überrascht wurde, leitete ich in ein ungefähr ausgeglichenes Endspiel über. Der gesamte Mannschaftskampf verlief extrem wechselhaft. Beim Zwischenstand von 1:1 nahm der Mannschaftskampf dann eine überaus positive Wendung.

 Hommer-Lohvinov

Jeremys Sieg war sinnbildlich für den Mannschaftskampf. Er musste seine Dame geben und hatte objektiv nicht genug Kompensation. Er kämpfte sich zurück in die Partie und steht in der Diagrammstellung bereits auf Gewinn! Le8!! Ein sehr sehenswerter Zug. Txe8 scheitert an der Springergabel auf c6, Kxe8 an G8D. Somit ist das Umwandeln des g-Bauern nicht zu verhindern und Jeremy gewann.
Als es dann 3:2 stand und wir 3 bessere Stellung hatten, war der Teamerfolg so gut wie sicher. Ich konnte in meinem Endspiel einen Mehrbauern erreichen, leider war dies nicht genug zur Verwertung eines vollen Punktes. Unser Mannschaftsführer Christian gewann dann beim Stand von 4:3 eine komplexe Partie am Spitzenbrett. Dieser wichtige Mannschaftserfolg sicherte uns 2 Mannschaftspunkte sowie eine damit verbundene aussichtsreiche Lage im Turnier.

In Runde 3 mussten wir dann gegen die hochgehandelten Berliner antreten. Ich selber musste gegen den U18 Nationalspieler FM Emil Schmidek spielen, der eine Elo von 2387 hat. Wir wussten, dass uns eine große Aufgabe sowie ein richtungsweisender Mannschaftskampf bevorstand. Wie erwartet stellten die Berliner gegen uns selbstredend in ihrer Bestbesetzung auf. Leider gingen wir mit 0:2 in Rückstand. Dann hatte Christian von IM Langunow ein Remisangebot und auch ich konnte in meiner Schwarzpartie Remis forcieren. Nach längerem Überlegen nahmen wir beide das Remis, da der Mannschaftskampf sich zu unseren Gunsten drehte. Ich war mit der Partie zufrieden, die Vorbereitung kam auf das Brett und danach verlief die Partie auch recht gut. Wir verkürzten insgesamt auf 3,5:2,5. Leider konnte Nico sein Mehrbauerendspiel nicht verwerten und so lag es an Tim.

Er kämpfte immer und immer weiter. Am Ende war es ein 2 Läufer gegen Läufer und Bauern Endspiel. Tim spielte gegen seine 300 Punkte bessere Gegnerin bis zum bitteren Ende. Nach 149 Zügen und 6,5 h (!) Spielzeit musste er sich dann aufgrund der 50 Züge Regel mit Remis zufrieden geben. Eine super starke Leistung! Trotzdem verloren wir unglücklich mit 3,5:4,5.

Am Nachmittag machten wir dann einen Mini-Teamausflug und trauerten noch ein wenig dem verlorenen Mannschaftskampf nach.

In Runde 4 ging es dann gegen NRW. Zum dritten Mal in Folge waren wir der nominelle Außenseiter. Der Mannschaftskampf gestaltete sich anfangs recht ausgeglichen. Doch nach gut 3 Stunden, in der Zeitnotphase, entwickelte sich der Kampf negativ für uns. Auch ich verlor meine Partie gegen FM Tristan Niermann in dieser Phase. Ich konnte in einem Katalanen nie ganz ausgleichen und stand zwischenzeitlich ziemlich schlecht. Dann folgte eine Abwicklung, in der ich in einem Turmendspiel mit Minusbauer (theoretisch Remis) war. Doch in der Folge unterlief mir ein grober Fehler, der mir die Partie kostete.

FM Niermann-Knüdel

In dieser Stellung realisierte ich meinen Fehler. Ich konnte die ganze Zeit mit a5 Tb5 Tc4 Ta4 den a gegen den c-Bauern tauschen, doch hier war es zu spät, da nach a5 Tb8+ (das Zwischenschach hatte ich übersehen) Kg7 Kd4 Weiß komplett auf Gewinn steht. Wir lagen somit mit 0,5:3,5 zurück, doch kamen wir unter anderem durch eine Glanzpartie von MF Christian noch einmal auf 3:4 ran.

FM Polster-FM Browning

Hier spielte Christian stark Lxf5!, da gxf5 an Tg1 Kh7 Td7 Sd7 Tg7+ kh8 Txf7 Kg8 Tg7 Kh8 Td7 mit klarer Gewinnstellung. Die Partie ging weiter mit Tfd8 Lxd7 Sxd7 Tf1 f6 Lxf6 Sxf6 Txf6 und Christian verwandelte seinen großen Vorteil in einen vollen Punkt.

Leider endete die letzte bis zum Ende umkämpfte Partie Remis und somit verloren wir zum zweiten Mal hintereinander mit 3,5:4,5.

Zeit zum Ärgern blieb kaum. Am selben Nachmittag mussten wir gegen die zweite Mannschaft von Bayern spielen. Dieser Mannschaftskampf verlief relativ einseitig. In meiner Partie konnte ich gegen Skandinavisch eine Stellung mit Raumvorteil und Läuferpaar erreichen. In extremer Zeitnot meines Gegners konnte ich im Endspiel den König angreifen und schließlich erfolgreich ein Mattnetz aufbauen. Diese Partie verlief insgesamt recht gut und man konnte es in die Kategorie Start-Ziel Sieg packen. Start-Ziel Sieg passte auch zu unserem Mannschaftskampf. Durch sichere Siege ging wir recht früh recht hoch in Führung. Am Ende wurde es “nur” ein 5:3 Erfolg, aber zumindest war es wichtig, dass wir nach den beiden unglücklich verlaufenden Mannschaftskämpfen uns mit einem Sieg in der Tabelle stabilisierten.

Nun hatten wir in Runde 6 die Chance wieder zur erweiterten Spitzengruppe in der Tabelle aufzuschließen. Im Mannschaftskampf gegen Württemberg musste also ein Sieg her. Ich war mit der Eröffnungsphase in meiner Partie zufrieden und fand mich in einem Mittelspiel mit ungleichfarbigen Läufern wieder. Ich behandelte diese Stellung allerdings ziemlich schlecht und dann folgte wieder einmal ein schwerer Fehler. Nach einem sinnlosen Damenzug lief ich in einen simplen Damenfang, der mir die Niederlage einbrachte. Leider war es wie in Runde 4 (und hier stand ich nicht einmal schlechter), dass mir ein grober Fehler die Partie kostete. Viel wichtiger war allerdings das Team-Ergebnis. Und es war wiederum ein vergleichsweise souveräner 5:3 Sieg für uns. Vor allem an den hinteren Brettern (3.5/4) gewannen wir diesen Mannschaftskampf. Am Nachmittag war dann ein Fußballturnier, dass den Spielern vor der letzten Runde die Chance brachte ein wenig vom Schach wegzukommen.

 In der Schlussrunde gegen das stark besetzte Team aus Schleswig-Holstein hatten wir nun die Chance noch auf den dritten Platz vorzurücken, was wenn man alleine auf die Setzrangliste schaut einen großen Erfolg darstellen würde. Als ich nach 2 Stunden mir die Bretter ansah, sah es ziemlich gut für uns aus. An mehreren Brettern hatten wir aussichtsreiche Stellungen und somit war ich recht zuversichtlich. Eine gute Stunde später sah es dann nicht ganz so gut aus und wir lagen mit 3,5:0,5 hinten. So schnell kann es manchmal gehen. Trotzdem hatten wir noch 3 gute Stellungen und somit hatte ich den Mannschaftskampf noch nicht abgeschrieben. Ich selber befand mich in einem 4 gegen 3 Turmendspiel, was natürlich theoretisch Remis war, wo ich aber ewig weiterspielen kann. In der Folge verkürzten wir im Team auf 4:2 und träumten noch von einem 4:4. Als Jeremy dann aus schlechter Stellung mit starkem Kampfgeist noch gewann, wurde die Hoffnung immer größer. Ich gab in meinem Turmendspiel ein Bauern auf und setzte alles auf den e-Bauern.

Arndt-Knüdel

Es folgte Txe2! auf g5? würde Tf3+ Kg4 Te3 die Partie durch die Umwandlung des e-Bauern gewinnen. Am Ende war mein König vom weißen König abgeschnitten und der g-Bauer zu weit vorgerückt, weshalb die Stellung theoretisch Remis ist.So endete meine Partie mit 2 Königen auf dem Brett nur Remis. Es ist schon extrem bitter, wenn man während einer Meisterschaft 3 Mannschaftskämpfe mit 3,5:4,5 verliert.

Am Ende erzielten wir einen guten 6. Platz, wobei mehr drin gewesen wäre. Sieger wurde mit 11 Mannschaftspunkten Berlin, gefolgt von Schleswig Holstein und Sachsen Anhalt mit ebenfalls 11 MP.

l
 Team Niedersachsen  Turniersaal 3. Runde

 Punkte in unserem Team:

Christian Christian Polster HSK Lister Turm 3,5/7
Ich Torben Knüdel Post SV Uelzen 3,5/7
Nico Nico Stelmaszyk SK Lehrte 3/7
Jeremy Jeremy Hommer SC Turm Lüneburg 4,5/7
Madita Madita Mönster SK Wildeshausen 5/7
Sophia Sophia Brunner SK Nordhorn-Blanke 4/7
Tim Tim Sauer Schachzentrum Bemerode 5/7
Andrea Andrea-Alexandrs Roncea SC Papenburg 4/7

Turnierfazit: Mit meiner persönlichen Bilanz 3.5/7 (Elo-Performence 2214) bin ich zufrieden. Meine beiden Gewinnpartien verliefen recht glatt, in meinen Remispartien konnte ich Gewinnchancen kreieren. Ich müsste es aber schaffen leicht bessere Endspiele ab und an in einen vollen Punkt zu verwandeln. Dass ich durch extrem schlechte Züge ganze Partie wegwerfe, ist ärgerlich und sollte eigentlich nicht passieren. Besonders ärgere ich mich über meine Ergebnisse bei den drei 3,5:4,5 Niederlagen (2 Remis, 1 Niederlage). Leider habe ich es nicht geschafft in den Mannschaftskämpfen gegen die ganz starken Teams (da waren meine Gegner logischerweise auch stärker) dem Team ein 4:4 zu sichern.

Mit dem Teamergebnis kann man zufrieden sein. Wir hatten viele starke Einzelergebnisse und extrem viele Brettpunkte aufzuweisen. Dass wir den Titel vom letzten Jahr nicht verteidigen würden, war aufgrund der veränderten Personalsituation natürlich abzusehen (das war auch nicht unser Ziel). Trotzdem bleiben besonders (ich wiederhole mich) die Kämpfe gegen Berlin, Schleswig-Holstein und NRW im Kopf, die ein besseres Ergebnis verhindern. Leider konnten wir die ganz knappen Kämpfe nicht für uns entscheiden, dies war auch ein großer Unterschied im Vergleich zum Sieg 2018.

Ein Dank geht an die Trainer Jens Kahlenberg und FM Fabian Müller, die mit Partievorbereitungen/ Partieanalysen, Organisation im voraus etc. große Arbeit leisteten.

Nächstes Jahr findet in Berlin dann ein 9 Runden DLM-Jubiläumsturnier mit internationaler Beteiligung statt, in dem wir als Niedersachsen neu angreifen können.

 

Souveräner Saisonauftakt

6:2 ohne einzelne Niederlage zum Start

Zum Auftakt der Schach Landesliga Saison konnte die erste Mannschaft des Post SV Uelzen einen souveränen 6:2 Auftaktsieg einfahren. Das Heimspiel gegen den SV Osnabrück begann am 29.09.2019 um 11 Uhr. Es dauerte 2 Stunden bis das junge Uelzener Team (4 Spieler aus dem U 20 Bundesliga Mannschaft) in Führung ging. Torben Knüdel konnte am zweiten Brett mit Hilfe seiner intensiven Heimvorbereitung den Gegner vor Probleme stellen. Kurz darauf profitierte Knüdel von einem groben Fehler des Gegners, den er zum 1-0 ausnutze. In der Folge konnte Fide Meister Bernd Laubsch am Spitzenbrett ein sicheres Schwarzremis erreichen. Laubsch zeigte sich gut vorbereitet und ließ nichts anbrennen. Sergey Bogomolow trennte sich ebenfalls wenig später Remis. In einer ruhigen Partie schaffte es der Uelzener schnell mit den schwarzen Steinen die Partie ausgeglichen zu gestalten. Das 3:1 sicherte Jacob von Estorff, der eine positionell stark vorgetragene Partie mit einem schönen Angriff gegen den weißen König verwertete. Der vom Stader SV gekommene Neuzugang Justus Bargsten brachte dann das 4:1 ein. Der Neuzugang brillierte mit starkem Stellungsverständnis sowie konkreter Variantenberechnung und konnte sich mit einem Sieg zum Debüt belohnen. Auf 5:1 und damit zum sicheren Mannschaftssieg stellte Mannschaftsführer Ingo Schulze. Er spielte ein hervorragendes Bauernopfer und nutze schließlich seine Initiative gegen den gegnerischen König aus. Imamali Askerov remisierte gegen einen nominell leicht besseren Gegner in einer ausgekämpften Partie zum 5.5-1.5. Den Schlusspunkt setzte Hendrik Mittelstädt. Er brachte den Gegner vor enorme Probleme, dieser fand allerdings noch eine nette Kombination, um das Remis zu sichern. Damit war der Auftakt ohne Niederlage (4 Siege, 4 Remis) und einem ungefährdeten 6:2 Erfolg mehr als gelungen. Weiter geht es am 27.10. im Auswärtsspiel gegen Werder Bremen 4.
(Bericht Torben Knüdel)

Foto (Privat)
Neuzugang Justus Bargsten
landete direkt einen Sieg.

 




Jugendbundesliga Uelzen - TuRa Harksheide

Knappe Niederlage zum Bundesligaauftakt

Neuzugänge überzeugen beim Saisonstart

Am 22.09.2019 begann für den Post SV Uelzen die dritte Saison in Folge in der Schachjugendbundesliga. Die Uelzener konnten ihre personellen Verluste (Nina Rothenberg: Auslandsjahr und Jan Niklas Untiedt: altersbedingt nicht mehr für die U20 Mannschaft berechtigt) schon vor Saisonbeginn mit starken Neuzugängen kompensieren. Zum einen holten die Uelzener mit dem 18 jährigen Justus Bargsten den amtierenden Bezirksmeister, desweiteren wechselte auch der 10 jährige Deutsche Juniorenmeister Finn Helms zum Post SV. Zum Auftakt erwartete die Postler mit TuRa Harksheide eine stark besetzte Mannschaft, die mit Top Besetzung antraten. Der Mannschaftskampf verlief wie erwartet extrem spannend und ausgeglichen. Nach knapp 3 Stunden Spielzeit war dann das erste Ergebnis offiziell. An Brett vier konnte Imamali Askerov eine starke Partie mit präziser Endspieltechnik zum 1:0 verwerten. In der Folge leistete sich Jannik Rothenberg am fünften Brett einen Fehler in Zeitnot. Nach zuvor guter Partieanlage wurde dies von seinem Gegner direkt ausgenutzt und es stand 1:1. Dann verlor Torben Knüdel am Spitzenbrett gegen den international erfahrenen Daniel Kopylov. Knüdel kam in seiner Schwarzpartie gut aus der Eröffnung und konnte die Partie lange ausgeglichen gestalten. Doch auch ihm unterlief ein taktischer Fehler, der zum 1:2 ausgenutzt wurde. Justus Bargsten trennte sich dann am dritten Brett Remis. In einer strategisch gut geführten Partie kam er mit einem Mehrbauern ins Endspiel. Diesen Vorteil konnte er dann zwar nicht zum vollen Punkt verwerten, trotzdem deutete er seine Klasse schon im ersten Spiel an. Am sechsten Brett konnte der andere Neuzugang Finn Helms seine Partie siegreich gestalten. Der Deutsche Meister der Altersklasse U10 zeigte starke taktische Berechnungen und belohnte sich mit dem vollen Punkt. Leider verlor Jacob von Estorff an Brett 2 ein schwierig zu verteidigendes Turmendspiel, was zur 3.5-2.5 Niederlage der Uelzener führte.

Mannschaftsführer Torben Knüdel ärgerte sich nach dem verlorenen Mannschaftskampf: ”Wir wussten, dass es ein enger Kampf wird, hatten uns aber natürlich mehr erhofft.” Am 10.11.2019 müssen die Uelzener dann zu Hause gegen den Hagener SV ran.

Bericht: Torben Knüdel

 
Neuzugang Finn Helms (links) fuhr direkt einen Sieg ein.  

Foto: Marek Helms

Landesblitzmannschaftsmeisterschaft 2019

Sensation verpasst

Platz 5 bei der Landesblitzmannschaftsmeisterschaft                                                                                    

Am Sonntag, den 15.09.2019 traten wir (Jacob, Jannik, Bernd und ich) bei der Landesblitzmannschaftsmeisterschaft (LBMM) in Oldenburg statt. Zuvor hatten wir uns als souveräner Bezirksmeister mit dem fast selben Team (da hatte noch Uwe für Bernd gespielt) qualifiziert. Das stark besetzte Turnier wurde mit 16 Mannschaften ausgetragen und es wurde immer in einer Doppelrunde (Hin-und Rückrunde) gespielt. Jedes Brett 1 und 2 spielte jeweils einmal gegen das gegnerische Brett 1 und 2, selbiges an den beiden hinteren Brettern (auch oberes und unteres Paarkreuz genannt). Die Partien fanden hintereinander statt und das Ergebnis wurde zusammengezählt (Bsp: nicht 2:2 und 3:1 sondern 5:3. Wir stellten mit Bernd und mir am oberen Paarkreuz auf. Der Zeitmodus war 3+2, das bedeutet 3 Minuten und 2 Sekunden Aufschlag pro Zug (ich bevorzuge den Zeitmodus 5+0). Die ersten 3 Teams qualifizieren sich für die Norddeutsche Blitzmannschaftsmeisterschaft (NBMM). Wir sahen uns allerdings vor Turnierbeginn im Mittelfeld /oberen Mittelfeld und gehörten nicht zu den Favoriten. Dann ging es um 11 Uhr nach gut 2,5 Stunden Anreise auch schon los. Wir starteten gegen nominell etwas schwächer eingestufte Gegner (Göttingen, Oldenburg 2. sowie die weiteren Bezirksvertreter Stade und Tostedt) mit 4 relativ sicheren Auftaktsiegen.

Dann bekamen wir in Runde 5 mit Bad Zwischenahn einen spannenden Mannschaftskampf. In interessanten Partien und mit ein wenig Matchglück schafften wir ein 4.5-3.5 Sieg, der dazu führte, dass wir vor der Mittagspause gegen den Turnierfavoriten SK Nordhorn Blanke ein Topspiel hatten. Nach der Hinrunde stand es gegen das Team aus Nordhorn 2-2, in der Rückrunde konnten wir dann das Ergebnis auf 5:3 ausbauen und haben damit die bis dato größte Überraschung im Turnier gelandet. Leider taten wir uns nach der Mittagspause schwer und leisteten uns einen Negativ-Lauf, der alle Qualichancen begraben sollte. Es begann mit einem extrem unglücklichen 3.5-4.5 gegen Ligakonkurrent SG Osnabrück. Es folgte unser schlechtester Mannschaftskampf bei 2.5 –5.5 gegen Hameln 2. Danach waren unsere Gegner die Oberligisten Hameln 1 sowie Oldenburg. Dies waren direkte Konkurrenten und so besonders wichtige Spiele, aber es hat nicht sollen sein. Mit 3-5 und 3.5-4.5 verloren wir auch diese knappen Begegnungen. Das wir unsere Niederlagenserie ausgerechnet gegen den späteren Landesmeister HSK Lister Turm beendeten, scheint ein wenig verwunderlich. Der 5:3 Erfolg für uns war im gesamten Turier nur eine von 2 Niederlagen des HSK. Im Anschluss verloren wir 3.5-4.5 gegen Lehrte. Wir gewannen in der Folge gegen ein gut besetztes Team vom SF Hannover und konnten gegen nominell schwächeren Gegner aus Braunschweig und Gifhorn zum Abschluss deutliche Siege einfahren.

Einzelergebnisse:

Torben 22/30

Bernd 18.5/30

Jacob 20/30

Jannik 11.5/30

Insgesamt können wir mit dem Ergebnis denke ich zufrieden sein. Wir haben gezeigt, dass wir gegen gute Mannschaften bestehen können und haben sogar die beiden besten Teams SK Nordhorn Blanke und HSK Lister Turm bezwungen. Leider haben wir neben knappen glücklichen Siegen auch unglückliche Niederlagen nach der Mittagspause eingefahren. Ein wenig dürfen wir der verpassten Chance sowie der guten Ausgangslage nach Runde 6 nachtrauern, danach sollten wir das positive ziehen und nach vorne blicken.

(Bericht Torben Knüdel)

 

 

Sommerblitz Turnier 3

Rangliste: Stand nach der 7. Runde im 2. Durchgang 
Nr.Teilnehmer12345678PunkteSoBerg
1. Knüdel,Torben ** 11 11 11 11 11 11 11 14.0 84.00
2. Schernetzki,Bernd 00 ** 01 11 10 11 11 11 10.0 48.00
3. Meyer,Uwe 00 10 ** ½0 11 11 11 9.0 41.25
4. Landris,Manfred 00 00 ½1 ** 01 10 11 11 7.5 32.50
5. Graffenberger,Martin 00 01 10 ** 01 ½1 11 7.0 32.25
6. Feldmann,Hans-Joachim 00 00 00 01 10 ** 01 11 5.0 18.00
7. Hein,Gerd 00 00 00 00 ½0 10 ** 11 3.5 8.50
8. Schläger,Michael 00 00 00 00 00 00 00 ** 0.0 0.00

 

Gesmtpunkte nach 3 Turnieren
TlnNrTeilnehmerSo 1So 2So 3Gesamt
1. Knüdel,Torben 25 25 25 75
2. Schernetzki, Bernd 21 23 23 67
3. Meyer, Uwe 17 19 21 57
4. Graffenberger, Martin 19 15 17 51
5. Hein, Gerd 13 21 15 49
6. Landris, Manfred 9 17 19 45
7. Schläger, Michael 3 13 11 27
8. Gomolla,Peter 23     23
9. Feldmann, Hans-Joachim 7   13 20
10. Kruse,Hannes 15     15
11. Wilmink,Luca 11     11
12. Schulze,Max Peter 5     5
13. Sander,Raphael 1     1

Vereinsmeisterschaft 2019

Am 03.09.2019 startet die Vereinsmeisterschaft 2019. Wir hoffen wieder auf viele Teilnehmer. Anmeldungen werden ab sofort von unserem Turnierleiter Günter Ebel entgegen genommen. Die Ausschreibung mit allen Details findet ihr hier.

Also ran und anmelden.

Sommerblitz Turnier 2

Rangliste: Stand nach der 7. Runde im 2. Durchgang 
Nr.Teilnehmer1234567PunkteSoBerg
1. Knüdel,Torben ** 11 11 11 1+ 11 1+ 12.0 60.00
2. Schernetzki,Bernd 00 ** 11 10 11 11 1+ 9.0 37.50
3. Hein,Gerd 00 00 ** 01 11 1+ 6.5 22.75
4. Meyer,Uwe 00 01 ** 01 00 1+ 4.5 20.25
5. Landris,Manfred 0- 00 10 10 ** 10 0+ 4.0 17.00
6. Graffenberger,Martin 00 00 00 11 01 ** 0+ 4.0 15.00
7. Schläger,Michael 0- 0- 0- 0- 1- 1- ** 2.0 8.00

 

Gesmtpunkte nach 2 Turnieren
TlnNrTeilnehmerSo 1So 2Gesamt
1. Knüdel,Torben 25 25  50
2. Gomolla,Peter 23    23
3. Schernetzki,Bernd 21 23  44
4. Graffenberger,Martin 19 15  34
5. Meyer,Uwe 17 19  36
6. Kruse,Hannes 15    15
7. Hein,Gerd 13 21  34
8. Wilmink,Luca 11    11
9. Landris,Manfred 9 17  26
10. Feldmann,Hans-Joachim 7    7
11. Schulze,Max Peter 5    5
12. Schläger,Michael 3 13  16
13. Sander,Raphael 1    1


Mein erstes IM-Turnier
Reisebericht über gesammelte Erfahrungen sowie erreichtes Ergebnis
(von Torben Knüdel)

Vom 02.-08.10.2019 spielte ich beim Lüneburger Schachfestival mit. Das Event bestand aus diversen Turnieren am Vormittag, dem C-Open, B-Open, IM-Turnier und GM-Turnier. Am Nachmittag fand dann das mit über 130 Teilnehmern besetzte A-Open statt. Das A-Open war für jeden Spieler unabhängig seiner Spielstärke, wohingegen die 4 Turniere am Vormittag jeweils auf einzelne Spielstärken spezialisiert waren. Neben mir waren noch 5 weitere Uelzener dabei: Ingo spielte im B-Open, Justus, Jannik ,Yannek und Jacob im A-Open. Die Partien am Vormittag begannen um 10 Uhr, das A-Open um 16 Uhr. Das Turnier wurde auf der Turnierhomepage sowie Chess 24 übertragen. Man kann dort auch alle Partien nachspielen.

Praktischerweise war der Lüneburger Bahnhof nur 20 Minuten Fußweg vom Seminares Hotel entfernt, sodass ich bequem mit dem Zug fahren konnte.
Meine Gegnerschaft war schon knapp einen Monat vor dem Turnierstart bekannt, was die Vorbereitung natürlich erleichterte. Die neun Gegner standen also fest, da es ein Rundenturnier war.
Was genau ist ein IM-Turnier? Ein IM-Turnier ist so ausgelegt, dass es möglich ist eine IM-Norm zu erspielen. Die Voraussetzungen sind Gegner aus mindestens 4 verschiedenen Nationen, mindestens 6 Titelträger, mindesten 3 IMs und zudem brauchen die Gegner einen Schnitt von mindestens 2230 Elo. Wenn das Turnier dann auch noch 9 Runden oder mehr geht, ist eine IM-Norm bei einer Elo-Performance von 2450 möglich. Durch diese Voraussetzungen war garantiert, dass man 9 Top Gegner bis hin zu Internationalen Meistern bekommt, was in einem normalen Open in der Regel nicht der Fall ist.
 
image
(Teilnehmerfeld)
 
Ich war an Position 7 von 10 gesetzt. Neben vielen starken Jugendspielern waren auch drei erfahrene Internationale Meister (IMs) am Start.

Runde 1: Alles nach Plan

In der ersten Runde spielte ich gegen den Inder Aarav Dengla, welcher Jahrgang 2009 ist und in seinem Jahrgang die Nr.2 der Welt(!). Trotzdem war er mein nominell schwächster Gegner und somit war mein Ziel mit den weißen Steinen die Partie siegreich zu gestalten. In der Vorbereitung hatte ich lange geschwankt, welche Variante ich gegen Russisch wählen sollte. Am Ende entschied ich mich für 1.e4 1.e5 2.Sf3 2.Sf6 3.Sc3 3.Lb4 4.Se5 4.00 5.Sd3 5.Lxc3 6.dxc3 6.Se4 7.Le3, was eine selten gespielte Sideline ist. Er wählte die Hauptfortsetzung 7.d5 8.Df3 8.Df6 9.Dxf6 9.Sxf6.
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Knüdel-Dengla
Nach 14 Zügen erreichte ich dann genau die Stellung, die ich haben wollte. Ich hatte das Läuferpaar und meinen Doppelbauern auf der C-Linie gegen den schwarzen Zentrumsbauern tauschen können. Es heißt oft, dass junge talentierte Spieler besonders taktisch stark sind. Daher war ich froh über die entstandene strategische Stellung. Nun konnte ich völlig risikolos auf Gewinn spielen und hatte zudem bereits einen enormen Zeitvorteil, da ich lange in der Vorbereitung war. Ein weiterer Vorteil war, dass ich durch die Vorbereitung mit den Stellungsbildern vertraut war. In der Folge ging der Plan dann weiter auf. Ich verbesserte meine Stellung langsam und setzte ihn zunehmend unter Druck. Wichtig war, dass ich ein Turmpaar auf dem Brett behielt, um somit eine mögliche Vereinfachung zu verhindern. Letztlich konnte ich meinen positionellen Vorteil konkret mit einer Abwicklung in ein gewonnenes Turmendspiel verwerten. Ein Auftaktsieg war schon einmal ein guter Start, aber ich wusste, dass die Gegner stärker werden würden. Trotzdem muss ich auch meinen Gegner loben. Mit 10 Jahren so eine Disziplin, Konzentration und Spielstärke zu haben ist enorm. Ich persönlich glaube, dass er es mit seinem Talent und Ehrgeiz weit schaffen kann.

Runde 2: Spiel auf drei Ergebnisse

In Runde zwei traf ich dann auf den bundesligaerfahrenen FM Thomas Kahlert, welcher an 8 gesetzt war. Uns trennten gerade mal 13 Elopunkte, also gab es keinen Favoriten. Eigentlich war ich recht zufrieden nach der Eröffnung, da die Hauptvariante meiner Vorbereitung auf das Brett kam. Doch dann wurde ich in Zug 16 überrascht. Ich reagierte nicht ideal und fand mich so trotz Mehrbauer in einer ziemlich schwierigen Stellung wieder.
 
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Kahlert-Knüdel
In dieser überaus taktischen Stellung war weiß am Zug. Man muss erst einmal schauen was alles hängt. Zudem liegen in manchen Varianten Grundreihenmotive in der Luft und der h4 Turm könnte mit h5 nebst g5 potentiell gefangen sein. Der Computer gibt lange konkrete Varianten an, wie z.B. Sxe8 Txe8 Txb2 Txe7 Lxa6
Doch in der Folge sollten harte Zeiten für mich eintreffen. Meine nächsten 6 Gegner hatten alle 100-250 Elopunkte mehr, sodass ich nun wusste, dass es extrem schwer werden würde. Aber das war ja auch der Anreiz, warum ich das Turnier so gerne mitspielen wollte....
(bxa6 Tb8 Grundreihenmatt) g5 Txg4 sxg4 Txb7 Te1+ Lf1 Sxh2! Kxh2 Txf1 und das Turmendspiel sollte Remis sein. Stattdessen spielte mein Gegner Txg4?! Txe7 Te4 La3 und ich kam sogar mit einem kleinen Vorteil aus der Abwicklung raus. Als die Partie dann zu verflachen schien, konnte ich durch eine nette Kombination in ein gewonnenes Endspiel abwickeln. Doch durch mangelnde Technik vergab ich leider die Chance auf den vollen Punkt. Am Ende war Remis schon ein gerechtes Ergebnis, auch wenn ich mich über meine verpasste Chance ärgerte. Ich wäre sogar zwischenzeitlicher alleiniger Tabellenführer.

Runde 3: Mangelndes Theoriewissen
 
In der dritten Runde traf ich gegen die mehrfache deutsche Juniorenmeisterin WFM Lara Schulze. In einem klassischen Sizilianer, der soweit auch vorbereitet war, wurde ich dann in der Eröffnung überrascht. Lange wurde eine der Hauptvarianten gefolgt, als dann im 16. ein für mich völlig neuer Zug auf dem Brett war. In der Folge musste ich viel Bedenkzeit investieren und spielte leider auch eine Ungenauigkeit, sodass meine Stellung immer schwieriger wurde.
 
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Knüdel-Schulze
Hier passierte dann mein grober Fehler. Ich spielte Se3?, was nach Se3 De3 De3 Te3 Tc2 bewusst in ein schlechteres Endspiel führte. Doch zum einen schätzte ich das Endspiel falsch ein (ich wusste das es schlechter war, dachte aber, dass es realistische Chancen gab es zu halten), zum anderen überschätzte ich den schwarzen Angriff. Nach Te2 sah für mich Sa3+ bxa3 bxa3+ Sb3 axb3 cxb3 ziemlich gut aus für Schwarz. Aber ich könnte den Druck auf der C-Linie aufgrund von fehlenden Einbruchsfeldern ganz gut kontrolieren und mein starker Springer gegenüber dem extrem schwachem Läufer wird zum Faktor. Natürlich ist Sa3+ nicht erzwungen, aber ich denke, dass sich die Stellung nach Te2 im dynamischen Gleichgewicht befindet.
Es kam zum Endspiel, welches dann recht einfach verloren war.

Runde 4: Inkorrektes Opfer

In der vierten Runde kam es dann zum Duell gegen den deutschen Vizemeister in der U16, FM OLiver Stork.
In der Eröffnung wurde ich früh überrascht und wir gingen beide schnell zum eigenständigen Nachdenken über. Die Stellung wurde sehr früh sehr komplex und taktisch, so ist es nicht verwunderlich, dass sich der kritische Moment recht früh ereignete.
 
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Stork-Knüdel
In der Stellung hat Weiß eine ganze Reihe von Kandidatenzügen. Der offensichtlichste ist wohl Lxh7+, der aber an Kxh7 Sg5+ Kg6! scheitert, da nach Dxg4(Lxb4 Dxb4+!) Lxd2 Kf1 Lxg5 Schwarz gewinnen würde.
Zudem kann Weiß mit 0-0 fortsetzen oder auch Lxb4 spielen, was das objektiv beste wäre und Weiß nach Sxb4 0-0 einen kleinen Vorteil geben würde. Aber nach knapp 30 Minuten überlegen, kam dann Txb4?!, ein Zug der nicht auf meiner Kandidatenliste war. Sxb4 war erzwungen und Oliver setzte mit 0-0 fort, was nun Drohungen wie Db1 mit Figurengewinn aber auch Lh7+ nebst Sg5 entstehen lässt. Ich spielte Db6? um aus der lästigen Fesselung des Springers zu gehen. Das naheliegende Lxf3 hatte ich nur kurz angeschaut. Es verhindert Lh7+ Ideen und gewinnt ein wichtiges Tempo. Doch nach Dxf3 dachte ich der Springer auf b4 sei verloren. Db6 scheitert dann an Tb1, Da3 an Lxh7+! nebst Damengewinn. Aber nun könnte ich das freigewordene Feld a4 mit der Dame betreten und weiß hätte zwei starke Läufer und anhaltende Initiative, doch ich objektiv recht klaren Vorteil. Nach der Partiefortsetzung Tb4 Sb4 0-0 Db6? war die Stellung nach Lh7+ Kh8 Lb1 zwar noch spielbar, aber ziemlich angenehm für weiß. Auch wenn ich große Zweifel hätte, ob ich die Stellung halten könnte, war es zweifelsfrei ziemlich unnötig mit dem sinnlosen a5??, was mit Db3! beantwortet wurde, die Partie direkt wegzuwerfen.
(Das waren nun viele Varianten, die ihr gerne nachspielen und analysieren könnt. Zur Übersicht die Partiefortsetzung aus der Diagrammstellung war Tb4 Sb4 0-0 Db6 Lh7+ Kh8 Lb1 a5 Db3 und wenige Züge später musste ich mich geschlagen geben.)

Runde 5: Eindeutige Partie

In der 5. Runde spielte ich dann gegen Jan Pubantz, der 2017 Deutscher Einzelmeister im Jahrgang 2005/2006 wurde. Einmal mehr kam die Vorbereitung nicht auf das Brett (war schwer vorzubereiten mangels Caro-Kann Partie). Zumindest wusste ich in der Variante 1.e4 1.c6 2.d4 2.d5 3.Sc3 3.dxe4 4.Sxe4 4.Sf6 5.Sxf6 5.exf6 ein paar Züge, doch ich war deutlich früher aus dem Buch. Die logische Folge war dann, dass ich der erste war, der eine Ungenauigkeit begann und mit weiß früh um Ausgleich bemüht war. Auch das Mittelspiel behandelte ich durchwachsen, während Jan seinen Angriff gegen den weißen König konsequent führte.
 
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Knüdel-Pubantz
Nachdem ich hier schon ziemlich schlecht stand, da es auf a2 gewaltig drohte, griff ich zu Txe6!?. Ich bin überzeugt davon, dass dies aus praktischer Sicht die beste Wahl war, wenngleich Schwarz Vorteil hat (Laut Engine –1). Es folgte Sxe6 (fxe6 wäre ebenfalls möglich und interessant) Le5 und b4!. Ein Zug, der mein Optimismus zerbrach. Wenn Schwarz mit g6 langsam spielen würde, hätte ich nach g4 schon enormes Gegenspiel. In der Folge war der schwarze Angriff schneller und effektiver und ich verlor die Partie durch präzise gespielte Züge von Jan relativ trostlos.

Zwischenstand: Mehr erhofft

Nun stand ich also bei 1.5/5 was gegen diese Gegner keine Schande war, trotzdem selbstredend nicht, was ich mir erhofft hatte. Gerade um dauerhaft gegen Top Gegner spielen zu können, wollte ich das Turnier ja mitspielen. Nun musste ich erfahren, dass dies auch ziemlich hart sein kann.
Nun musste/durfte ich (habe mich trotzdem darauf gefreut) in den nächsten 3 Runden gegen die IMs spielen. Ich schaute von Spiel zu Spiel und wollte verhindern, dass ich nach den 3 Partien gegen die Internationalen Meister sechs Nullen in Folge eingefahren hätte. Im Turnier waren Lara 5/5 und Oliver 4/5 u.a. gegen die 3 IMs absolut auf IM Norm Kurs (sie brauchten 7/9 Punkten).

Runde 6: Erfolgreiches Comeback

In Partie 6 ging es dann also gegen IM Georgius Souleidis. Manche werden ihn auch als Schachautor oder Schachkommentator kennen. In der Eröffnung kam wie erwartet Italienisch auf das Brett und endlich zahlte sich meine Vorbereitung mal aus. In eine der Hauptstellungen des c3/d3 Italieners hatte ich mit Kh8 eine Nebenvariante vorbereitet. Während er schon Zeit investieren musste, konnte ich meine Vorbereitung schnell auf das Brett stellen und dann kam im 11. auch die vorbereitete Neuerung. Er spielte nicht das kritischste und so konnte ich bequem ausgleichen und hatte zudem den Zeitvorteil auf der Uhr.