Sommerblitz Turnier 3

Rangliste: Stand nach der 7. Runde im 2. Durchgang 
Nr.Teilnehmer12345678PunkteSoBerg
1. Knüdel,Torben ** 11 11 11 11 11 11 11 14.0 84.00
2. Schernetzki,Bernd 00 ** 01 11 10 11 11 11 10.0 48.00
3. Meyer,Uwe 00 10 ** ½0 11 11 11 9.0 41.25
4. Landris,Manfred 00 00 ½1 ** 01 10 11 11 7.5 32.50
5. Graffenberger,Martin 00 01 10 ** 01 ½1 11 7.0 32.25
6. Feldmann,Hans-Joachim 00 00 00 01 10 ** 01 11 5.0 18.00
7. Hein,Gerd 00 00 00 00 ½0 10 ** 11 3.5 8.50
8. Schläger,Michael 00 00 00 00 00 00 00 ** 0.0 0.00

 

Gesmtpunkte nach 3 Turnieren
TlnNrTeilnehmerSo 1So 2So 3Gesamt
1. Knüdel,Torben 25 25 25 75
2. Schernetzki, Bernd 21 23 23 67
3. Meyer, Uwe 17 19 21 57
4. Graffenberger, Martin 19 15 17 51
5. Hein, Gerd 13 21 15 49
6. Landris, Manfred 9 17 19 45
7. Schläger, Michael 3 13 11 27
8. Gomolla,Peter 23     23
9. Feldmann, Hans-Joachim 7   13 20
10. Kruse,Hannes 15     15
11. Wilmink,Luca 11     11
12. Schulze,Max Peter 5     5
13. Sander,Raphael 1     1

Vereinsmeisterschaft 2019

Am 03.09.2019 startet die Vereinsmeisterschaft 2019. Wir hoffen wieder auf viele Teilnehmer. Anmeldungen werden ab sofort von unserem Turnierleiter Günter Ebel entgegen genommen. Die Ausschreibung mit allen Details findet ihr hier.

Also ran und anmelden.

Sommerblitz Turnier 2

Rangliste: Stand nach der 7. Runde im 2. Durchgang 
Nr.Teilnehmer1234567PunkteSoBerg
1. Knüdel,Torben ** 11 11 11 1+ 11 1+ 12.0 60.00
2. Schernetzki,Bernd 00 ** 11 10 11 11 1+ 9.0 37.50
3. Hein,Gerd 00 00 ** 01 11 1+ 6.5 22.75
4. Meyer,Uwe 00 01 ** 01 00 1+ 4.5 20.25
5. Landris,Manfred 0- 00 10 10 ** 10 0+ 4.0 17.00
6. Graffenberger,Martin 00 00 00 11 01 ** 0+ 4.0 15.00
7. Schläger,Michael 0- 0- 0- 0- 1- 1- ** 2.0 8.00

 

Gesmtpunkte nach 2 Turnieren
TlnNrTeilnehmerSo 1So 2Gesamt
1. Knüdel,Torben 25 25  50
2. Gomolla,Peter 23    23
3. Schernetzki,Bernd 21 23  44
4. Graffenberger,Martin 19 15  34
5. Meyer,Uwe 17 19  36
6. Kruse,Hannes 15    15
7. Hein,Gerd 13 21  34
8. Wilmink,Luca 11    11
9. Landris,Manfred 9 17  26
10. Feldmann,Hans-Joachim 7    7
11. Schulze,Max Peter 5    5
12. Schläger,Michael 3 13  16
13. Sander,Raphael 1    1


Mein erstes IM-Turnier
Reisebericht über gesammelte Erfahrungen sowie erreichtes Ergebnis
(von Torben Knüdel)

Vom 02.-08.10.2019 spielte ich beim Lüneburger Schachfestival mit. Das Event bestand aus diversen Turnieren am Vormittag, dem C-Open, B-Open, IM-Turnier und GM-Turnier. Am Nachmittag fand dann das mit über 130 Teilnehmern besetzte A-Open statt. Das A-Open war für jeden Spieler unabhängig seiner Spielstärke, wohingegen die 4 Turniere am Vormittag jeweils auf einzelne Spielstärken spezialisiert waren. Neben mir waren noch 5 weitere Uelzener dabei: Ingo spielte im B-Open, Justus, Jannik ,Yannek und Jacob im A-Open. Die Partien am Vormittag begannen um 10 Uhr, das A-Open um 16 Uhr. Das Turnier wurde auf der Turnierhomepage sowie Chess 24 übertragen. Man kann dort auch alle Partien nachspielen.

Praktischerweise war der Lüneburger Bahnhof nur 20 Minuten Fußweg vom Seminares Hotel entfernt, sodass ich bequem mit dem Zug fahren konnte.
Meine Gegnerschaft war schon knapp einen Monat vor dem Turnierstart bekannt, was die Vorbereitung natürlich erleichterte. Die neun Gegner standen also fest, da es ein Rundenturnier war.
Was genau ist ein IM-Turnier? Ein IM-Turnier ist so ausgelegt, dass es möglich ist eine IM-Norm zu erspielen. Die Voraussetzungen sind Gegner aus mindestens 4 verschiedenen Nationen, mindestens 6 Titelträger, mindesten 3 IMs und zudem brauchen die Gegner einen Schnitt von mindestens 2230 Elo. Wenn das Turnier dann auch noch 9 Runden oder mehr geht, ist eine IM-Norm bei einer Elo-Performance von 2450 möglich. Durch diese Voraussetzungen war garantiert, dass man 9 Top Gegner bis hin zu Internationalen Meistern bekommt, was in einem normalen Open in der Regel nicht der Fall ist.
 
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(Teilnehmerfeld)
 
Ich war an Position 7 von 10 gesetzt. Neben vielen starken Jugendspielern waren auch drei erfahrene Internationale Meister (IMs) am Start.

Runde 1: Alles nach Plan

In der ersten Runde spielte ich gegen den Inder Aarav Dengla, welcher Jahrgang 2009 ist und in seinem Jahrgang die Nr.2 der Welt(!). Trotzdem war er mein nominell schwächster Gegner und somit war mein Ziel mit den weißen Steinen die Partie siegreich zu gestalten. In der Vorbereitung hatte ich lange geschwankt, welche Variante ich gegen Russisch wählen sollte. Am Ende entschied ich mich für 1.e4 1.e5 2.Sf3 2.Sf6 3.Sc3 3.Lb4 4.Se5 4.00 5.Sd3 5.Lxc3 6.dxc3 6.Se4 7.Le3, was eine selten gespielte Sideline ist. Er wählte die Hauptfortsetzung 7.d5 8.Df3 8.Df6 9.Dxf6 9.Sxf6.
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Knüdel-Dengla
Nach 14 Zügen erreichte ich dann genau die Stellung, die ich haben wollte. Ich hatte das Läuferpaar und meinen Doppelbauern auf der C-Linie gegen den schwarzen Zentrumsbauern tauschen können. Es heißt oft, dass junge talentierte Spieler besonders taktisch stark sind. Daher war ich froh über die entstandene strategische Stellung. Nun konnte ich völlig risikolos auf Gewinn spielen und hatte zudem bereits einen enormen Zeitvorteil, da ich lange in der Vorbereitung war. Ein weiterer Vorteil war, dass ich durch die Vorbereitung mit den Stellungsbildern vertraut war. In der Folge ging der Plan dann weiter auf. Ich verbesserte meine Stellung langsam und setzte ihn zunehmend unter Druck. Wichtig war, dass ich ein Turmpaar auf dem Brett behielt, um somit eine mögliche Vereinfachung zu verhindern. Letztlich konnte ich meinen positionellen Vorteil konkret mit einer Abwicklung in ein gewonnenes Turmendspiel verwerten. Ein Auftaktsieg war schon einmal ein guter Start, aber ich wusste, dass die Gegner stärker werden würden. Trotzdem muss ich auch meinen Gegner loben. Mit 10 Jahren so eine Disziplin, Konzentration und Spielstärke zu haben ist enorm. Ich persönlich glaube, dass er es mit seinem Talent und Ehrgeiz weit schaffen kann.

Runde 2: Spiel auf drei Ergebnisse

In Runde zwei traf ich dann auf den bundesligaerfahrenen FM Thomas Kahlert, welcher an 8 gesetzt war. Uns trennten gerade mal 13 Elopunkte, also gab es keinen Favoriten. Eigentlich war ich recht zufrieden nach der Eröffnung, da die Hauptvariante meiner Vorbereitung auf das Brett kam. Doch dann wurde ich in Zug 16 überrascht. Ich reagierte nicht ideal und fand mich so trotz Mehrbauer in einer ziemlich schwierigen Stellung wieder.
 
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Kahlert-Knüdel
In dieser überaus taktischen Stellung war weiß am Zug. Man muss erst einmal schauen was alles hängt. Zudem liegen in manchen Varianten Grundreihenmotive in der Luft und der h4 Turm könnte mit h5 nebst g5 potentiell gefangen sein. Der Computer gibt lange konkrete Varianten an, wie z.B. Sxe8 Txe8 Txb2 Txe7 Lxa6
Doch in der Folge sollten harte Zeiten für mich eintreffen. Meine nächsten 6 Gegner hatten alle 100-250 Elopunkte mehr, sodass ich nun wusste, dass es extrem schwer werden würde. Aber das war ja auch der Anreiz, warum ich das Turnier so gerne mitspielen wollte....
(bxa6 Tb8 Grundreihenmatt) g5 Txg4 sxg4 Txb7 Te1+ Lf1 Sxh2! Kxh2 Txf1 und das Turmendspiel sollte Remis sein. Stattdessen spielte mein Gegner Txg4?! Txe7 Te4 La3 und ich kam sogar mit einem kleinen Vorteil aus der Abwicklung raus. Als die Partie dann zu verflachen schien, konnte ich durch eine nette Kombination in ein gewonnenes Endspiel abwickeln. Doch durch mangelnde Technik vergab ich leider die Chance auf den vollen Punkt. Am Ende war Remis schon ein gerechtes Ergebnis, auch wenn ich mich über meine verpasste Chance ärgerte. Ich wäre sogar zwischenzeitlicher alleiniger Tabellenführer.

Runde 3: Mangelndes Theoriewissen
 
In der dritten Runde traf ich gegen die mehrfache deutsche Juniorenmeisterin WFM Lara Schulze. In einem klassischen Sizilianer, der soweit auch vorbereitet war, wurde ich dann in der Eröffnung überrascht. Lange wurde eine der Hauptvarianten gefolgt, als dann im 16. ein für mich völlig neuer Zug auf dem Brett war. In der Folge musste ich viel Bedenkzeit investieren und spielte leider auch eine Ungenauigkeit, sodass meine Stellung immer schwieriger wurde.
 
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Knüdel-Schulze
Hier passierte dann mein grober Fehler. Ich spielte Se3?, was nach Se3 De3 De3 Te3 Tc2 bewusst in ein schlechteres Endspiel führte. Doch zum einen schätzte ich das Endspiel falsch ein (ich wusste das es schlechter war, dachte aber, dass es realistische Chancen gab es zu halten), zum anderen überschätzte ich den schwarzen Angriff. Nach Te2 sah für mich Sa3+ bxa3 bxa3+ Sb3 axb3 cxb3 ziemlich gut aus für Schwarz. Aber ich könnte den Druck auf der C-Linie aufgrund von fehlenden Einbruchsfeldern ganz gut kontrolieren und mein starker Springer gegenüber dem extrem schwachem Läufer wird zum Faktor. Natürlich ist Sa3+ nicht erzwungen, aber ich denke, dass sich die Stellung nach Te2 im dynamischen Gleichgewicht befindet.
Es kam zum Endspiel, welches dann recht einfach verloren war.

Runde 4: Inkorrektes Opfer

In der vierten Runde kam es dann zum Duell gegen den deutschen Vizemeister in der U16, FM OLiver Stork.
In der Eröffnung wurde ich früh überrascht und wir gingen beide schnell zum eigenständigen Nachdenken über. Die Stellung wurde sehr früh sehr komplex und taktisch, so ist es nicht verwunderlich, dass sich der kritische Moment recht früh ereignete.
 
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Stork-Knüdel
In der Stellung hat Weiß eine ganze Reihe von Kandidatenzügen. Der offensichtlichste ist wohl Lxh7+, der aber an Kxh7 Sg5+ Kg6! scheitert, da nach Dxg4(Lxb4 Dxb4+!) Lxd2 Kf1 Lxg5 Schwarz gewinnen würde.
Zudem kann Weiß mit 0-0 fortsetzen oder auch Lxb4 spielen, was das objektiv beste wäre und Weiß nach Sxb4 0-0 einen kleinen Vorteil geben würde. Aber nach knapp 30 Minuten überlegen, kam dann Txb4?!, ein Zug der nicht auf meiner Kandidatenliste war. Sxb4 war erzwungen und Oliver setzte mit 0-0 fort, was nun Drohungen wie Db1 mit Figurengewinn aber auch Lh7+ nebst Sg5 entstehen lässt. Ich spielte Db6? um aus der lästigen Fesselung des Springers zu gehen. Das naheliegende Lxf3 hatte ich nur kurz angeschaut. Es verhindert Lh7+ Ideen und gewinnt ein wichtiges Tempo. Doch nach Dxf3 dachte ich der Springer auf b4 sei verloren. Db6 scheitert dann an Tb1, Da3 an Lxh7+! nebst Damengewinn. Aber nun könnte ich das freigewordene Feld a4 mit der Dame betreten und weiß hätte zwei starke Läufer und anhaltende Initiative, doch ich objektiv recht klaren Vorteil. Nach der Partiefortsetzung Tb4 Sb4 0-0 Db6? war die Stellung nach Lh7+ Kh8 Lb1 zwar noch spielbar, aber ziemlich angenehm für weiß. Auch wenn ich große Zweifel hätte, ob ich die Stellung halten könnte, war es zweifelsfrei ziemlich unnötig mit dem sinnlosen a5??, was mit Db3! beantwortet wurde, die Partie direkt wegzuwerfen.
(Das waren nun viele Varianten, die ihr gerne nachspielen und analysieren könnt. Zur Übersicht die Partiefortsetzung aus der Diagrammstellung war Tb4 Sb4 0-0 Db6 Lh7+ Kh8 Lb1 a5 Db3 und wenige Züge später musste ich mich geschlagen geben.)

Runde 5: Eindeutige Partie

In der 5. Runde spielte ich dann gegen Jan Pubantz, der 2017 Deutscher Einzelmeister im Jahrgang 2005/2006 wurde. Einmal mehr kam die Vorbereitung nicht auf das Brett (war schwer vorzubereiten mangels Caro-Kann Partie). Zumindest wusste ich in der Variante 1.e4 1.c6 2.d4 2.d5 3.Sc3 3.dxe4 4.Sxe4 4.Sf6 5.Sxf6 5.exf6 ein paar Züge, doch ich war deutlich früher aus dem Buch. Die logische Folge war dann, dass ich der erste war, der eine Ungenauigkeit begann und mit weiß früh um Ausgleich bemüht war. Auch das Mittelspiel behandelte ich durchwachsen, während Jan seinen Angriff gegen den weißen König konsequent führte.
 
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Knüdel-Pubantz
Nachdem ich hier schon ziemlich schlecht stand, da es auf a2 gewaltig drohte, griff ich zu Txe6!?. Ich bin überzeugt davon, dass dies aus praktischer Sicht die beste Wahl war, wenngleich Schwarz Vorteil hat (Laut Engine –1). Es folgte Sxe6 (fxe6 wäre ebenfalls möglich und interessant) Le5 und b4!. Ein Zug, der mein Optimismus zerbrach. Wenn Schwarz mit g6 langsam spielen würde, hätte ich nach g4 schon enormes Gegenspiel. In der Folge war der schwarze Angriff schneller und effektiver und ich verlor die Partie durch präzise gespielte Züge von Jan relativ trostlos.

Zwischenstand: Mehr erhofft

Nun stand ich also bei 1.5/5 was gegen diese Gegner keine Schande war, trotzdem selbstredend nicht, was ich mir erhofft hatte. Gerade um dauerhaft gegen Top Gegner spielen zu können, wollte ich das Turnier ja mitspielen. Nun musste ich erfahren, dass dies auch ziemlich hart sein kann.
Nun musste/durfte ich (habe mich trotzdem darauf gefreut) in den nächsten 3 Runden gegen die IMs spielen. Ich schaute von Spiel zu Spiel und wollte verhindern, dass ich nach den 3 Partien gegen die Internationalen Meister sechs Nullen in Folge eingefahren hätte. Im Turnier waren Lara 5/5 und Oliver 4/5 u.a. gegen die 3 IMs absolut auf IM Norm Kurs (sie brauchten 7/9 Punkten).

Runde 6: Erfolgreiches Comeback

In Partie 6 ging es dann also gegen IM Georgius Souleidis. Manche werden ihn auch als Schachautor oder Schachkommentator kennen. In der Eröffnung kam wie erwartet Italienisch auf das Brett und endlich zahlte sich meine Vorbereitung mal aus. In eine der Hauptstellungen des c3/d3 Italieners hatte ich mit Kh8 eine Nebenvariante vorbereitet. Während er schon Zeit investieren musste, konnte ich meine Vorbereitung schnell auf das Brett stellen und dann kam im 11. auch die vorbereitete Neuerung. Er spielte nicht das kritischste und so konnte ich bequem ausgleichen und hatte zudem den Zeitvorteil auf der Uhr.